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Die Euphorie des Stürmens

nach einem unglaublichen vier zu vier gegen den VfB Stuttgart wehrt sich Dortmund gegen die Interpretation, dass sie mies Rückschläge bedeuten.
Es gibt Fußballspiele, die verweigert sich jeder Analyse, sie werden nur gespielt, um die Unberechenbarkeit des Lebens zu belegen. Das unglaubliche vier zu vier von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart war wohl das Beste, das atemberaubendste , das unerklärlicheste Bundesliga spiel seit langem. Ein Zuschauer beschrieb die Minuten zwischen Dortmunds vier zu drei und dem erneuten Stuttgarter Ausgleichs so: beim Jubel über das vier zu drei habe ich solche Herzschwäche bekommen, dass ich dachte, ach du meine Güte was passiert mir da? Ich bin dan ganz still sitzen geblieben. Das vier zu vier war dann so, wie ich mir das Sterben vorstellte. Das klingt sehr theatralisch, es scheint zur Beschreibung des schwer beschreiben ließen aber offenbar zu taugen. Die über 80.000 Zuschauer hatten Deutschlands größtes Stadion schon vor jenen dramatischen Wende, die nach einer guten Stunde der Spielzeit die Herzklappen strapazierten, zu einem Ort des kollektiven Rausches gemacht. 1 h lang hatte Dortmund den VfB mit einer Radikalität bekämpft, dass auch Stuttgart Trainer lateral via ein Schützenfest befürchten musste. Doch nach zwei Pfosten und Lattentreffern flippte das Spiel aus. VfB Stürmer Ibisevic nutzte den Moment, als sein Gegenspieler verletzt behandelt wurde, zum eins zu zwei, damit begannen jene 8 min, die Dortmunds Trainer Jürgen Klopp später so beschrieb: wir haben in diesen Minuten mehr Fehler gemacht, als sonst im Nervenspiel zusammen. Stuttgartschieber nutzte zweite Fehlerketten zwei wuchtigen Toren. Schon dieser Swing vom scheinbar souveränen 2 : 0 zum 2 : 2 nach 79 min verbreitete ausreichend schwüle Atmosphäre, aber das war gar nichts verglichen mit dem, was folgte: Dortmunds Publikum peitschte die elf nach vorne, wie man es selbst an dieser okkulten stellte nicht oft erlebt. Binnen 8 min Tretenstore von Rummels und verräterisch das Ergebnis wieder auf vier zu drei. Hätte zu diesem Zeitpunkt eine Blitzumfrage stattgefunden, wer Meister wird, es hätte wohl auch erklärte Bayernfans für Dortmund gestimmt. In Dortmund werden sie die Woche vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg zur Selbstkritik nutzen. Wie die Mannschaft nach dem 2 : 2 zurückkam und die Führung mit brachialer Wucht erzwang, weil er nur die eine Seite. Die kleine Serie von unkonzentriert reiten und Handlungs Schwächen. Auch der BVB im Meisterrennen einen Knacks bekommen hat? In Dortmund versuchen sie, schon die Ansätze dieser Interpretation zu bekämpfen. Man sollte nicht vergessen, dass wir in der Rückrunde von elf Spielen neun gewonnen haben und dass wir seit 22 Spielen ungeschlagen sind. In Dortmund sind sie der Überzeugung, dass die wohligen Raserei solcher Spiele wie am Freitagabend anziehend auf Spieler wirkt.

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